Neujahrsbrief für Mitglieder 2008 

Das Otto-Dix-Haus als Museum und Gedenkstätte in Hemmenhofen hat sich in der Zeit seines fünfzehnjährigen Bestehens zu einer der tragenden Säulen der Kulturlandschaft Höri entwickelt. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist das Otto-Dix-Haus zum Ort des regen Interesses für den großen Künstler Otto Dix geworden, der die zweite Hälfte seines Lebens auf der Höri verbrachte und hier einen Teil seines bedeutenden Werkes schuf. Dafür gilt den Mitgliedern, Sponsoren und Freunden unser Dank ebenso wie der Gemeinde Gaienhofen, die durch die Übernahme der Mietzahlungen für das Haus unsere Vereinsarbeit erst ermöglicht.

Als Gedenkstätte und Museum für das Leben und Werk von Otto Dix konnte sich das Haus nur dank der vertrauensvollen Bereitschaft von öffentlichen und privaten Leihgebern etablieren, dank der unermüdlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht zuletzt auch Dank der Vielzahl interessierter Besucher aus der ganzen Welt.

Leider ist im Lauf der Zeit die Zahl unserer Mitglieder stark gesunken, so dass die Aufgaben des Vereins inzwischen nur unter sehr erschwerten Umständen zu stemmen sind. So erlauben wir uns, SIE auf diesem Wege um IHRE Mitgliedschaft im Förderverein Otto-Dix-Haus zu bitten. Nur mit Ihrer Mithilfe werden wir die Zukunft der Erinnerungsstätte Otto-Dix-Haus auf der Höri sichern können.

Beitrag  pro Jahr:

Einzelmitgliedschaft                                                       30 €

Familien/Partnermitgliedschaft                                        50 €

Juristische Personen                                                     120 €

Mitglieder erhalten regelmäßig Information zur Vereinsarbeit und den Veranstaltungen, sowie

freien Eintritt in das Museum und zu den Sonderausstellungen.Auch freiwillige Förderbeiträge in individuell festgelegter Höhe helfen uns und Sie erhalten selbstverständlich eine Spenden-bescheinigung.

Die Anmeldungsunterlagen können Sie sich downloaden könnten Sie im Sekretariat des Vereins anfordern.

Gerne senden wir Sie ihnen auch per Mail zu (Michael.Kicherer@t-online.de)

Daten zum Förderverein 

Vorstand:

    Vorsitzende                          Michael Kicherer

                                  Johannnes Kögel

   Schriftführung:                       Bernd Stolz

   Kassier:                                 Assunita Andreiuolo

  Oeffentlichkeitsarbeit              Michael Kicherer (Michael.Kicherer@t-online.de)

  Künstlerische Beratung            Andrea Dix

   Ausstellungskuratorium           Andrea Dix, Michael Kicherer

  

   Kuratorium des Fördervereins

                                               Dr. Gerhard Gross

                                               Christoph Bauer, Kunstmuseum Singen

                                               Dr. Susanne Eisenmann, Kulturbürgermeisterin Stuttgart

Der Förderverein OTTO-DIX-HAUS HEMMENHOFEN - Verein zur Förderung und Pflege der Kunst e.V. wurde 1988 gegründet mit dem Zweck, im ehemaligen Otto-Dix-Haus in Hemmenhofen ein Museum zur Erinnerung an den Maler Otto Dix einzurichten und zu unterhalten. Neben der Förderung aller Bestrebungen, die auf die Einrichtung eines Kunstmuseums zielen, dient der Verein seinen Zwecken durch Vortragsarbeit, Ausstellungen und Veröffentlichungen. Der Verein sucht das Interesse aller Bevölkerungsschichten am Kunstschaffen zu wecken und durch die Unterhaltung eines "Otto-Dix-Hauses" in Hemmenhofen wachzuhalten.

Wir laden Sie gerne ein zur Unterstützung unserer Tätigkeit und einer aktiven Mitgliedschaft im Verein. Die Anmeldeformulare für eine Mitgliedschaft (Jahresbeitrag 30.- Euro) erhalten Sie beim Sekretariat des Otto-Dix-Hauses.

Newsletter 2007

EDITORIAL


Das Jahr 2007 ist eine Herausforderung für den Otto-Dix-Haus-Förderverein. Zum Jahresbeginn mussten wir auf die weitere Mitarbeit von Frau Blübaum verzichten, die als freischaffende Kuratorin für das Haus tätig war. Die finanziellen Mittel des Vereins erlauben es einfach nicht, neben den Aufsichtspersonen und einer Bürofachkraft noch weitere Fachkräfte zu beschäftigen. Für die Ausstellungen ist der Verein auf Sponsoren angewiesen, die die Kosten für die reine Ausstellungs-organisation und –gestaltung übernehmen können. So ist der Verein auf die ehrenamtliche Mitarbeit seiner Mitglieder und des Vorstands angewiesen um das Haus auch künftig für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Ausstellungsbetrieb zu gestalten. Mit der Festlegung des Ausstellungsprogramms auf Themen im Werk von Otto Dix und seines direkten Künstlerumkreises im vergangenen Jahr, haben sich für die Jahre 2007 und 2008 interessante Themen ergeben, die auf spannende Ausstellungen hoffen lassen. Otto Dix und seine Söhne sind die Themen der laufenden Ausstellung und der Ausstellung für den Herbst 2008. Mit dem Thema Glasfenster im Werk von Otto Dix wird ein Aspekt im Schaffen des Künstlers vorgestellt, der von der Thematik her die biblischen Themen aufnimmt und von der Ausführung her in den Glasfenstern der Petruskirche in Kattenhorn den Höhepunkt findet. Haus und Garten unter Denkmalschutz sind ein Thema, das den Verein seit der Unterschutzstellung vor 2 Jahren immer wieder beschäftigt und zu Themen führt wo man sich über Sinn, Unsinn und Aufgaben des Vereins in Zusammenhang mit diesem Schutz der Sachgesamtheit im Klaren werden muss. Mit der Dokumentation und einem Pflegeplan für den Garten soll hier im kommenden Jahr eine Grundlage geschaffen werden, aus der sich weiterführende Massnahmen ableiten lassen. Diese Thematik ist auch ein Schwerpunkt in der Ausstellung des Frühjahr 2008, wo in den Ausstellungsräumen neben dieser Dokumentation Arbeiten von Dix zum Thema „Pflanzliches“ zu sehen sein werden. Trotz all der anstehenden Aufgaben, wollen wir jedoch in keinem Fall die Pflege der Vereinsmitglieder vernachlässigen. Selbstverständlich finden Sie nicht nur wieder einen neuen Newsletter, der Sie über das laufende Geschehen im Dix-Haus und im Förderverein informiert, sondern auch neue Ausstellungen im Haus und ein offenes Ohr für Fragen in Zusammenhang mit Otto Dix. Die Homepage (www.otto-dix-haus.com), die wir im vergangenen Jahr neu eingerichtet haben wird von vielen Interessierten als Informations-plattform genutzt und berücksichtigt die jeweils aktuellsten Nachrichten zu den Geschehnissen im Haus. So werden wir sicherlich auch in der Zukunft ein interessanter Ansprechpartner für Sponsoren, die sich in die Unterstützung des Hauses einbringen möchten.

Mit einer neuen Serie im Newsletter werden wir die Museen rund um den Untersee vorstellen, die sich mit dem künstlerischen Schaffen dieser Region auseinandersetzen. Allen voran, das Adolf Dietrich Haus in Berlingen, das wie das Dix-Haus in Hemmenhofen die Wohn- und Arbeitsstätte eines Künstlers in dieser Region gewesen ist. Die Bildausschnitte, die sie auf den oberen Rändern der Seiten sehen, sind Eindrücke aus der laufenden Ausstellung „Otto Dix und sein Sohn Ursus“, mit der das Jahr 2007 erfolgreich begann. Sponsoren, Leihgeber und ehrenamtliche Mitarbeiter konnten sich ein Bild davon machen, dass es sich lohnt finanzielle Mittel und Zeit in das Dix-Haus zu investieren. In der Mitgliederversammlung, die im Oktober stattfindet, sind die Vereinsmitglieder dazu aufgerufen, den Vorstand zu wählen und damit Strukturen für die Zukunft zu schaffen, die den weiteren Betrieb des Hauses ermöglichen. Näheres hierzu in der Rubrik „Aktuelles aus dem Verein“.

Mitarbeiter der Ausgabe: Andrea Dix, Michael Kicherer und Tom Leonhardt

Die Ausstellung
„Otto Dix und sein Sohn Ursus“
Singener Wochenblatt Mittwoch, den 21. März 2007
Ein gut Gelingen und Gedeihen
Arbeiten von Otto und Ursus Dix in Hemmenhofen
Hemmenhofen (frö). Dieser Tage wäre er achtzig Jahre alt geworden, Ursus Dix, der älteste Sohn des berühmten Malers Otto Dix. Durch einen tragischen Verkehrsunfall kam er vor fünf Jahren ums Leben. Nun haben seine Schwägerin Andrea Dix, der Maler Tom Leonhardt und Michael Kicherer vom Otto Dix-Haus-Förderverein eine Ausstellung kuratiert, die sich mit dem Verhältnis des Vaters Otto Dix zu seinem Sohn Ursus und dessen Werdegang befasst. "Otto Dix und sein Sohn Ursus" lautet der Titel. Zur Vernissage waren denn auch zahlreiche Besucher ins Otto Dix-Haus gekommen. Die Thematik der Ausstellung ist neu, bisher wurde das Verhältnis des berühmten Vaters zu seinen Söhnen dergestalt in der Öffentlichkeit noch nie dargestellt. Ursus Dix stand natürlich im Schatten seines Vaters, dennoch konnte er sich schon früh eigenständig entwickeln. Er wurde 1927 in München geboren, ging im Hegau, auf der Höri und im Schwarzwald zur Schule, war als Fallschirmspringer im zweiten Welt-krieg bei der Luftwaffe und erlernte früh das Maler-Handwerk bei seinem Vater. Mit seiner Ehefrau Eva-Doris und den beiden Kindern Florian und Susanne ging Ursus Dix nach England und schließlich nach Kanada, wo er als Restaurator arbeitete. Später lebte er bis zu seinem Tod in Frank-reich. Ein ganz besonderes Dokument Zeitgeschichte durften die Besucher der Vernissage erleben. Lothar Fischer, Kunsthistoriker aus Berlin und Biograf von Otto Dix, hatte Ursus Dix vor über 25 Jahren in einem Hotel in Züricher getroffen und ihn damals interviewt. Lothar Fischer hatte das Interview stets sorgfältig aufbewahrt, und konnte den Gästen der Vernissage nun einen Auszug aus dem Gespräch mit Ursus Dix vorführen. So wurde der Sohn in den Gemäuern, in denen der Vater gelebt und gearbeitet hatte, wieder lebendig. Lothar Fischer und Ursus Dix sprachen über den Beruf des Malers, der Sohn attestierte dem Vater "produzierte Schöpfungen", die aus jenem heraustraten. Otto Dix war zurückhaltend mit Ratschlägen, erzählte der Sohn, er sprach offen über die Nazizeit, in der es die Familie schwer hatte. Der Vater begegnete diesen schwierigen Tagen mit einer ungeheuren Produktivität, er liebte seine Kinder über alles, das kommt auch in zahlreichen Bildern zum Ausdruck, in denen sich der Vater mit den Kindern schöpferisch aus-einandersetzte. Auch wenn die Schuhe des Vaters riesengroß waren, der Sohn konnte doch ein Stück weit in die Spuren des Vaters mit eintreten. Lothar Fischer gebürte denn auch der Dank der drei Kuratoren, die sichtlich gerührt waren ob dieses Dokumentes. Michael Kicherer sprach im Anschluss noch einmal über Ursus Dix, über den Enthusiasmus der Ausstellungsmacher, über die Fähigkeit, Menschen zu begeistern, über Mut und Wissen. Das Projekt ist gelungen, auch und gerade wegen einer nicht hoch genug einzuschätzenden ehrenamtlichen Tätigkeit. Ein besonderer Dank ging an die diversen Leihgeber, welche die Ausstellung mit ermöglicht haben. Schlussendlich konnten die Besucher der Vernissage noch Primeln erstehen, die dann aber als Bausteine im Garten des Otto Dix-Hauses verbleiben sollten. Eine schöne Idee, im Herbst 2008 wird es eine Fortsetzung des Projektes geben, dann mit dem Thema "Otto Dix und sein Sohn Jan Dix". Auf ein gutes Gelingen.

Das Otto-Dix-Haus als touristischer Anziehungspunkt

Hoch über dem Untersee gelegen wartet das Haus mit einem grossartigen Blick über den See auf. Für Besucher ist nicht nur das Haus mit seiner Dokumenation zu Leben und Werk von Otto Dix, sondern auch dieser Blick auf den See ein Anziehungspunkt, der zu erneuten Besuchen einlädt. Mit seinen Ausstellungen, Veranstaltungen und Vernissagen ist das Haus ein Anziehungspunkt im kulturellen Leben auf der Höri, der auch überregionalen Zuspruch geniesst. Diese Bedeutung des Ortes ist gleichzeitig eine Herausforderung für der Otto-Dix-Haus-Förderverein, der das Haus betreibt und mit den Ausstellungen in einem immer wieder neuen Licht erscheinen lässt. Das Zusammenspiel von musealer Dokumentation, lebendinger Ausstellung und dem Eindruck der Natur, in die das Haus eingebettet liegt, vermitteln diesen ganz besonderen Eindruck, den man beim Besuch des Hauses gewinnt. Um diesen Eindruck auch in aller Ruhe geniessen zu können bieten sich in und um das Haus Sitzgelegenheiten, die dazu einladen zu verweilen. Ein kleines Getränkeangebot steht für den Besucher bereit, der neben dem geistigen, einen leiblichen Genuss zu sich nehmen möchte. Diese Angebot wurde in diesem Jahr aufgenommen um bei entsprechender Ressonanz auch erweitert zu werden.
Für Besuchergruppen, die auch ausserhalb der Oeffnungszeiten Einlass finden, steht neben den Angebot einer Führung durch die aktuelle Ausstellung und durch das Haus die Möglichkeit eines Caterings zur Verfügung. Verschiedene Gruppen haben in diesem Jahr in den lauen Frühlingsnächten von diesen Möglichkeiten bereits Gebrauch gemacht.
Wir bitten Sie, Ihre Planung rechtzeitig mit uns abzustimmen und Ihre Wünsche mit uns zu besprechen.
Mit dem Flyer des Otto-Dix-Hauses haben wir für die touristischen Informationsstellen ein kleines Informationsblatt, das über das Haus und den Verein berichtet und den Leser dazu ermutigt, Mitglied im Förderverein zu werden.
Die Homepage des Otto-Dix-Hauses-Hemmenhofen informiert über das aktuelle Geschehen im Haus, über die Besuchsmöglichkeiten und die Ausstellungen, die in wechselndem Turnus 2x im Jahr zu sehen sind.

Das Adolf Dietrich Haus in Berlingen



Adolf Dietrichs Geburts-, Arbeits- und Wohnhaus
An der Seestrasse 31 in Berlingen befindet sich das alte Geburts-, Arbeits- und Wohnhaus von Adolf Dietrich. Hier hat er zeitlebens gewohnt. Seinen künstlerischen Nachlass und das Haus hat Dietrich der Thurgauischen
Kunstgesellschaft vermacht. Die Malstube des Künstlers im ersten Ober-geschoss blieb nach seinem Tode unberührt erhalten und kann besichtigt werden. Nichts hat man verändert, der Maler könnte heimkehren, sich an den Tisch setzen und weitermalen. Ein unvollendetes Bild, Palette und Pinsel, Ölfarben und Lupe, liegen noch da. Die ausgestopften Vögel sind auf dem Schrank verstaut, die Handorgel entdecken wir auf dem Boden
Dokumentationsraum
Im Erdgeschoss des Dietrich-Hauses wurde 1996 eine Dokumentation über Leben und Werk des Künstlers mit einem kleinen Museumsladen eingerichtet. In Vitrinen werden wechselnde Ausstellungen mit Briefen, Fotos, Bildern und anderen Originaldokumenten aus dem Nachlass gezeigt. Hier wird auch Friedrich Kappelers Dokumentarfilm «Adolf Dietrich, Kunstmaler» (1991) vorgeführt. Dietrich-Bilder im Original findet man ausgestellt im Kunstmuseum des Kantons Thurgau, Kartause Ittingen, in Warth bei Frauenfeld.
Der kleine Paradies-Garten
Die Fensterbank in der Wohnstube war der Lieblingsplatz des Malers. Er bewunderte den kleinen Barockgarten an der gegenüberliegenden Strassen-seite. Er gehört zum «Grünen Haus», in dem der Schweizer Minister und Diplomat Johann Konrad Kern (1808–1888) gewohnt hatte. Der Ziergarten faszinierte Dietrich, beflügelte seine Phantasie, denn er war anders, vornehmer als die üblichen Bauerngärten am Untersee. Die Stauden und Wechselflorbeete, eingefasst mit niedrigen Buchshecken, die eingefügten Rosenhochstämmchen und der Rosenbogen, die hölzerne Gartenlaube, kurzum, die ganze kleine Gartenwelt des Nachbarbürgers diente Adolf Dietrich als bevorzugtes Sujet für seine Malerei.
Durch das Engagement eines Gönnervereins war es 1996 möglich, den auf Dietrichs Bildern oft dargestellten Garten für das Publikum wieder einsehbar zu machen.

Adolf-Dietrich-Haus
Seestrasse 31, CH-8267 Berlingen
Telefon +41 (0)52 748 41 20
Fax +41 (0)52 740 01 10
E-Mail kunstmuseum@kttg.ch
Öffnungszeiten
Anfangs Mai bis Ende September
Samstag und Sonntag 14–18 Uhr
oder auch nach Vereinbarung

Mitarbeiter im Otto-Dix-Haus



Andrea Dix, Michael Kicherer und Tom Leonhardt aus dem Vorstand des Fördervereins erklärten sich bereit, in ehrenamtlicher Tätigkeit die Ausstellung „Otto Dix und sein Sohn Ursus“ zu kuratieren. Seit ihrer Wahl bei der letzten Mitgliederversammlung als Beisitzer im Vorstand des Vereins sind sie darum bemüht, die Ausstellungstätigkeit und das Erscheinungsbild des Hauses der Bedeutung des Namensträgers Otto Dix gerecht zu werden und die Geschicke des Hauses in zukunftsträchtige Bahnen zu führen. Dank der Bemühungen des ehemaligen Vorsitzenden Dr. Gerhard Gross war das Überleben im letzten Jahrzehnt möglich gewesen. Mit der Kuratorin Doris Blübaum hatte er unter schwierigen Bedingungen eine Institution geleitet, die aus sich heraus nicht am Leben gehalten werden kann. Nur mit dem Engagement der Mitglieder und des Vorstands sowie von Sponsoren und einer breiten Öffentlichkeit kann das Haus mit seinen wechselnden Ausstellungen weiterhin betrieben werden.
Die drei Kuraten, Andrea Dix und Tom Leonhardt als Künstler, Michael Kicherer als Kunsthistoriker und Betriebswirt beschäftigen sich intensiv mit dem Werk von Otto Dix und bringen Ihre Kenntnisse zur Ausstellungsgestaltung und zur Organisation des Hauses in den Museumsbetrieb ein. Der Umgang mit Leihgebern und Sponsoren; mit öffentlichen Institutionen, die für die Unterstützung des Betriebs gewonnen sein wollen, stellt die Dreiergruppe, die sich für diese Arbeit zusammengetan haben vor eine Herausforderung, die mit einer Vision verbunden ist.. Mit der Vision, hier in Hemmenhofen eine Stätte zu schaffen, die zum Einen das Werk von Otto Dix aus seiner Bodenseezeit vorzustellen und die Zusammenhänge im Kunstgeschehen seines Umkreises zu beleuchten. Zum Anderen ein Juwel am Bodensee, das durch seine Unterschutzstellung als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung öffentliches Interesse geniesst, als Gedenkstätte für Otto Dix und seine Familie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Um den Förderverein auf gesunde finanzielle Beine zu stellen, haben sich die Drei bereit erklärt -bei einer Wiederwahl in den Vorstand - die Kuratorentätigkeit für 2007 und 2008 weiterhin auf ehrenamtlicher Basis zu gestalten und die organisatorische Verantwortung zu übernehmen. Ideen gibt es genug, zu tun gibt es einen Haufen und die Erfolge der ersten Ausstellung, die von den Dreien realisiert wurde, lassen auf eine Zukunft für das Haus hoffen.
Die Unterstützung, die aus dem Kreis der Mitglieder und von Sponsoren-seite der Ausstellung „Otto Dix und sein Sohn Ursus“ zuteil geworden ist, machten die ehrenamtliche Arbeit möglich – nur mit dieser Unterstützung sind auch weitere Aktionen möglich. Hierfür gilt der ganz besondere Dank dieser Drei.

Da das Haus mit seinen Öffnungszeiten einer ständigen Betreuung bedarf, sind nicht alle Tätigkeiten auf ehrenamtlicher Basis zu realisieren. Hier wurde neben den Mitarbeiterinnen, die die Aufsicht und die Betreuung des Shops übernommen haben, eine Mitarbeiterin nötig, die sich um die Reinigungsarbeiten kümmert und das Haus in Schuss hält. Für die Gartenarbeiten, die auch die Aussenanlage in einem „vorführenswerten“ Zustand erhält, sich wir auf der Suche nach einem Mitarbeiter.
Mit Frau Birgit Cojocariu konnte eine neue Mitarbeiterin für die Organisation des Museumsbetriebs und der Vereinstätigkeiten gewonnen werden, die ab Juni diesen Jahres im Haus tätig sein wird. Sie wird neben den Mitarbeiterinnen, die seit Jahren für die Gäste im Haus ihr Möglichstes tun, Ansprechpartnerin sein für Alles, was der Betrieb des Hauses und die Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeiten benötigt. Wir freuen uns auf die Ideen und die tatkräftige Mitarbeit von Frau Cojucariu, die sich auch Ihrer Anliegen annehmen wird und sich als „die gute Seele des Hauses“ erweisen wird.

Das Otto-Dix-Archiv in Schaffhausen



Die Otto Dix Stiftung wurde von Martha Dix, der Witwe des Künstlers, 1983 gegründet. Zweck der Stiftung ist die Wahrung der Urheberrechte sowie die Verwaltung des Archivs und einer umfangreichen Sammlung. Wichtige Werke befinden sich als Leihgaben in bedeutenden Museen. In Zusammenhang mit den Bearbeitern der Werkverzeichnisse Prof. Dr. Rainer Beck - Gemälde Dr. Suse Pfäffle - Aquarelle Dr. Ulrike Lorenz - Pastelle und Zeichnungen ist die Otto Dix Stiftung für die Erstellung von Expertisen zuständig. Auf seiner Web-Seite präsentiert das Dix-Archiv die wichtigsten Informationen zu Leben und Werk von Otto Dix, zu Publikationen zu seinem Werk und zu aktuellen Ausstellungen. Frau Northild Eger ist die Ansprechpartnerin für den Otto-Dix-Haus-Förderverein bei der Otto Dix Stiftung, die für all unsere Belange in der Vergangenheit ein offenes Ohr hatte und auf deren Unterstützung wir hoffentlich auch in Zukunft bauen dürfen. Ihr gilt hier der Dank für Ihre Unterstützung.

Der Garten – Vergangenheit-Planung-Zukunft



Haus und Garten des Dix-Hauses in Hemmenhofen sind als Gesamtanlage unter Denkmalschuzt gestellt. Dieser Schutz bringt natürlich auch Auflagen mit sich, die erfüllt sein müssen um das Objekt von besonderem öffentlichen Interesse in geeigneter Form für die Zukunft zu erhalten. Mit einer groben Beschreibung der Gegebenheiten wurde die Anlage in das Denkmalbuch Baden-Württemberg aufgenommen. Die Dokumentation des Gartens und ein Pflegeplan, der künftige Massnahmen begleitet, fehlt jedoch noch. So sind es in diesem Jahr Verschönerungsmassnahmen, die die Beete, die direkt an das Haus angrenzen gartenpflegerisch gestalten und dem Besucher den Eindruck eines Gartens vermitteln. Mit der Ausstellung „Pflanzliches“ im Frühjahr 2008 hat sich der Förderverein zum Ziel gesetzt, in einer Ausstellung neben Arbeiten von Otto Dix, die die pflanzische Thematik aufnehmen, eine Dokumentation zur historischen Gartengestalt zu zeigen. Wie aus einem ehemaligen Wiesenhang mit terrassierten Wein und Obstgärten die Gartenanlage der Familie Dix wurde und welchen Veränderungen sie bis heute unterlag, wird in der Ausstellung zu sehen sein. Nach den Vorgaben der Denkmalpflege braucht es für eine Gartenanlage auch einen Pflegeplan, der die Erhaltung und Pflege eines Denkmals, das ständige Veränderungen aufweist, in den Details festhält. Pflegeplan und Gestaltung des Gartens werden die Zukunft dieses Denkmals bestimmen. Da der Fördervereins selbst überfordert ist, mit Neubepflanzungen und Pflege des grossen Gartens über dem Untersee, gilt es hier Mittel und Wege zu finden das Kulturdenkmal angemessen in die Zukunft zu führen.

Ausstellungen im Otto-Dix-Haus 2007/2008



Otto Dix und seine Glasfenster „Otto Dix und seine Glasfenster“
Eröffnung 15. Juli 2007 15 Uhr
Ausstellung vom 15. Juli bis 21. Oktober 2007

Diese Ausstellung zeigt eine bisher wenig beachtete künstlerische Technik im Werk von Otto Dix. Zusammen mit der Werkstatt Derix in Rottweil erarbeitete er in dieser Technik die Glasfenster für die Petruskirche in Kattenhorn und für die Kapellen in Randegg und auf dem Friedhof in Hemmenhofen. Einen Ausblick erlaubt die Ausstellung in das Umfeld der Glasfenster aus den 60er Jahren von Curth Georg Beckere, Albert Birkle und Wilhem Geyer. Mit der Technik und Geschichte der Glasmalerei soll ein exemplarischer Einblick vermittelt werden in die historischen Glasfenster bis hin zur Glasschichttechnik in der aktuellen Kunst.

„Pflanzliches“ – Pflanzenmotive im Werk von Otto Dix und der Garten des Otto-Dix-Hauses in Hemmenhofen
März bis Ende Juni 2008
Das Haus und der Garten des Dix Hauses in Hemmenhofen wurde als eine Sachgesamtheit unter denkmalrechtlichen Schutz gestellt. Die Ausstellung dokumentiert die ehemalige Gartenanlage anhand historischer Photographien und einer Bestandsaufnahme der heutigen Gegebenheiten. Diese Dokumentation soll gleichzeitig die Basis bilden für einen Pflegeplan des geschützten Gartens.
Im Werk von Otto Dix spielen Pflanzen eine wichtige Rolle. Pflanzenmotive im Werk von Otto Dix werden in der Ausstellung vorgestellt und dokumentieren seine Beschäftigung mit der Natur.

„Otto Dix und sein Sohn Jan“ – zum 80.Geburtstag von Jan Dix
Juli – Oktober 2008
Zum 80.Geburtstag von Jan, dem zweiten Sohn von Otto Dix zeigt das Dix-Haus Hemmenhofen Arbeiten von Otto Dix zum Thema „Jan“.
Photographien und Dokumente erzählen aus der Familiengeschichte. Jan Dix ist als Gold- und Silberschmied künstlerisch tätig. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus seinem künstlerischen Schaffen.

 




Newsletter 2006

Editorial

Mit der Einladung zur Mitgliederversammlung 2006 erhalten Sie den neuen Newsletter der über die Geschehnisse im Otto-Dix-Haus informiert. Wir freuen uns über das positive Echo, das unser erster Newsletter im vergangenen Jahr erhielt und möchten dieses Informationsforum für die Mitglieder des Otto-Dix-Haus-Fördervereins und für die Gäste des Hauses gerne fortführen.

Das Otto-Dix-Haus in einer angemessenen Form in der Öffentlichkeit zu präsentieren, stellt uns vor zunehmende Schwierigkeiten; die Arbeit in einem Denkmal, der Alterszustand des Hauses, Kosten für den Unterhalt und für die Ausstellungen sind nur noch durch hohe Zuschüsse von Sponsorenseite zu tragen. Hier unser herzlicher Dank an Alle, die sich immer wieder bereit gefunden haben, die Arbeit des Vereins in großzügiger Weise zu unterstützen und mit ihrem Beitrag diese Arbeit zu würdigen.

Mit den Beiträgen des Vorstandsvorsitzenden Andreas Renner und Bürgermeister Uwe Eisch wollen wir Ihnen einen Einblick in die Probleme geben, mit denen sich der Vorstand konfrontiert sieht und die eine Herausforderung für die Zukunft darstellen. Trotz dieser Probleme sind wir sehr bemüht, das Haus und die Ausstellungen auch in Zukunft attraktiv zu gestalten und dieser Arbeitsstätte von Otto Dix einen Platz in der Museumslandschaft von Baden-Württemberg zu geben. Die tragende Basis für die Vereinsarbeit sind die Mitglieder, die mit ihrem Engagement und ihrer Mitgliedschaft zum Gelingen des Otto-Dix-Hauses beitragen und mit der Mitgliedschaft ein „Ja“ zu der Arbeit des Hauses abgeben. Die Mitglieder sind die Zukunft des Hauses und daher möchten wir uns bei den Mitgliedern für ihre jahrelange Unterstützung bedanken. Besuchern und Interessenten am Haus und der Museumsarbeit möchten wir ans Herz legen, eine Mitgliedschaft zu erwägen und damit zu helfen, die Zukunft des Hauses zu sichern. Mit 30 Euro Mitgliedsbeitrag sichern Sie sich nicht nur die Vorteile einer Mitgliedschaft, sondern tragen wesentlich dazu bei, dass eine kulturelle Institution ihre Arbeit verbessern und weiterführen kann. (Mitgliedsanträge erhalten Sie im Otto Dix Haus)

Das Otto-Dix-Haus ist jedoch nicht nur eine Institution, die im Stillen vor sich hin arbeitet. Mit einem Stab unermüdlicher Helfer wird die Museums- und Ausstellungstätigkeit gesichert und den Besuchern der Gang durch das Wohnhaus und Atelier von Otto Dix ermöglicht. Daher werden wir in dieser Newsletterausgabe und in den Folgeausgaben die Mitarbeiter des Hauses vorstellen und uns bei allen „Treuen Seelen“ bedanken.

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage www.otto-dix-haus.com ; Ihre Meinung, Hinweise, Tipps, Informationen können Sie uns gerne per Mail zukommen lassen otto-dix-haus,@t-online.de

15 Jahre Otto-Dix-Haus-Hemmenhofen

1936 bis 1969 lebte Otto Dix in Hemmenhofen auf der Höri und noch bis 1979 seine Frau Martha, deren Erben das Haus noch heute gehört. Seit Juli 1991, also seit genau 15 Jahren, wird das Wohn- und Atelierhaus dieses wichtigsten deutschen Künstlers der Neuen Sachlichkeit als Museum genutzt und für die Öffentlichkeit geöffnet.

 „Beatus ille home, qui sedet in sua domo“, glücklich jener Mensch, der in seinem Hause sitzt. Diese Worte kann der Besucher des Museums auf einer Kachel des Ofens im ehemaligen Esszimmer lesen. Sie sind einem Wanderlied Joseph von Eichendorffs entnommen und erscheinen gerade hier, in der Wohnung des zwischen zwei Häusern - Hemmenhofen und Dresden – hin und hergerissenen Dix, zweideutig. Die politischen Umstände ab 1933 zwangen Dix Dresden hinter sich zu lassen und an den Bodensee zu kommen, doch suchte er bis zu seinem Lebensende auf Reisen immer wieder den Kontakt zur Welt jenseits der Höri. So ist es schwer zu sagen, was bei Dix überwog: Die Freude und das Glück alle Unbill im eigenen Heim draußen lassen zu können oder die Sehnsucht, in die weite Welt zu wandern. Als ein Blick in die Fluchtburg, in das Refugium der inneren Emigration und in die Wohn- und Arbeitsstätte eines der wichtigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts wurde das Museum seit der Eröffnung immer wieder bezeichnet. Allem voran ist es jedoch ein Museum, das sich seit 15 Jahren die Vermittlung der Kunst von Otto Dix auf seine Fahne geschrieben hat. Mit einem engagierten Förderverein, der unter der Vorständen Helmut Hensler, Hans Voss, Prof. Rainer Beck, Dr. Gerhard Gross und Andreas Renner eine bewegte Geschichte hat, und der Unterstützung der Gemeinde Gaienhofen ist das Otto-Dix-Haus ein gewichtiger Teil der Kultur am Untersee und darüber hinaus geworden.

Hier in Hemmenhofen, oberhalb des Bodensees, lässt sich für den Besucher des Dix-Hauses die wechselvolle Geschichte eines Künstlerlebens nachvollziehen. In der Dauerausstellung wird die Bedeutung der Kunst von Otto Dix in den Kontext der Zeitgeschichte gestellt. Mit den Wechselausstellungen wird jeweils auf unterschiedliche Schwerpunkte fokussiert, doch bleibt der „Hausherr“ immer im Blick. Es sind Zeitgenossen und Schüler, insbesondere aus dem Dresdener Umkreis, die mit ihrer Kunst einen neuen Blick auf Dix zeigen.

Das Otto-Dix-Haus als Denkmal von besonderer Bedeutung

Im Juni dieses Jahres teilte das Regierungspräsidium Freiburg mit, dass das Otto-Dix-Haus mit Gartenanlage als Sachgesamtheit in das Denkmalbuch nach § 12 Denkmalschutzgesetz eingetragen wurde. Die Zitate sind dem Bewertungsgutachten des Landesdenkmalamts entnommen.

„[...] Der Dresdner Architekt Arno (Arnulf Walter) Schelcher entwarf der Familie Dix im Stil der Stuttgarter Schule, der südwestdeutschen Variante des Heimatstils in den 1920iger/30iger Jahren, ein Landhaus. Den repräsentativen Landsitz mit rund 9.500 m2 großer parkartiger Gartenanlage [...] bezog die Familie Dix 1936. [...] Das Haus, ein zweigeschossiger Walmbachbau, ist am Hang oberhalb des Sees auf einer Geländeterrasse über längsrechteckigem Grundriss hangparallel erstellt. Drei doppelbreite, zu drei Fensterachsen bestimmen die Längenausdehnung des Putzbaus. Stiltypisch sind an der Süd Seeseite ein langgezogener Holzbalkon, nach Westen eine Loggia auf Natursteinpfeilern, des weiteren Klappläden und Pflanzgerüste aus Holz. [...] Zusammen mit dem Haus wurde von der Familie Dix und mit Hilfe des Berliner Gärtners Kaesbach jun. der ca. 9.500 m2 große Villengarten angelegt. Der zentrale Gartenbereich seitlich und seeseitig des Wohnhauses wurde als Terrassengarten in den steilen Hang hineingesetzt und durch seitliche, in Serpentinen über den Hang geführte Wege erschlossen. [...]

Eine weitere wichtige Bedeutungsebene gewinnen Villa und Villengarten dadurch, dass die Familie von Otto Dix, einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts in Deutschland, das Anwesen erbaut, bewohnt und in Ausstattungsdetails gestaltet hat.Die Sachgesamtheit ist auf Grund ihrer architektonischen Qualität und architektur- bzw. gartenhistorischen Bedeutung, als Wohnhaus und Wirkungsstätte des bedeutenden Künstlers Otto Dix und als Teil einer größeren Sachgesamtheit "Künstlerhäuser auf der Höri" aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht insbesondere aus dokumentarischen und exemplarischen Gründen ein gesteigertes öffentliches Interesse.“